Bahnhof Helenabrunn

 

Historische Aufnahmen [KLICK]                                                 

 

Der Bahnhof Helenabrunn gehört zum Kreis Viersen und befindet sich an der Strecke Mönchengladbach - Viersen. Im Jahre 1915 wurde der Bahnhof nach Erzählung her von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter aufgebaut. Das Haus wurde vermutlich mit Teilen des ersten Viersener Bahnhof  zusammengesetzt, vorallem im Dachgebälk lassen sich heute noch spuren von Einkerbungen und Ausschnitte feststellen. Die Eröffnung fand am 12.10.1917 statt.

Bild vom Sicherheitskommando 1.Weltkrieg 1916 [KLICK]

Bild vom Bahnhof zur Eröffnung 12.10.1917 [KLICK]

Das Haus wurde recht massiv und stabil konstruiert. Es gab einen  grossen Wartesaal mit Holzbänken eine Güterabfertigung ein Fahrkartenschalter sowie Bahnvorsteherwohnungen.

Am 01.09.39 brach der Zweite Weltkrieg aus, seit diesem Tag bis zum 01.03.1945 wurde Viersen stark bombardiert. Vorallem im Stadtkern wurden viele Gebäude zerstört. Am 09 und 24.02.1945 wurde Viersen ebenfalls durch Spreng und Brandbomben fast völlig zerstört. Bei diesem Angriff wurden auch zahlreiche Bomben auf die Eisenbahnstrecke  Viersen - Mönchengladbach abgeworfen. Aus taktischen Gründen wurden schwere Flakgeschütze am Bahnhof aufgestellt. Südwestlich des Bahnhofes stand eine Scheinwerferbatterie Ein Haus am Grundstück des Bahnhofes wurde getroffen. Der Hausbesitzer Von Kersten, der zu diesem Zeitpunkt alleine im Haus war,  kam bei diesem Angriff ums Leben. Sein Hund fand man unter dem Ofen liegend. Er hatte alles heil überstanden. Viele Bomben trafen nicht die Bahnanlagen und landeten in den umgrenzenden Feldern. Diese Blindgänger waren eine grosse unbekannte Gefahr für alle Anwohner, bis 1985 als  ein Blindgänger explodierte. Zahlreiche Bomben wurden anschließend gefunden und entschärft. Einige Bomben mussten gesprengt werden.

1945 eroberten die Amerikaner Viersen. Laut Aussagen der Einwohner verhielten sich die Amerikaner sehr gesittet. Viele umgebene Häuser wurden besetzt. Die Hausbesitzer mussten das Haus räumen und bei Verwandten oder Nachbarn einziehen .Im Bahnhof wurde ein Stab des belgischen Roten Kreuzes eingerichtet. Es betreute die Züge von heimfahrenden belgischen und französischen Gefangenen und Zwangsarbeiter, die im Bahnhof Helenabrunn eine Pause einlegten um versorgt zu werden. Dazu hatte man den Güterbahnhof umgerüstet. Alle Zufahrten und Zugänge waren militärisches Sperrgebiet. Nach vielen Schikanen verließen die Belgier zur Freude der Anwohner das Gebiet in Helenabrunn. Nun begann der Neuanfang. Der Bahnhof  Helenabrunn blieb bis auf einige Einschusslöcher im Mauerwerk, durch amerikanische Tiefflieger, verschont. Diese Einschusslöcher wurden erst im Jahre 2002 entfernt .Weitere Zerstörungen sind nicht bekannt. Der Eisenbahnbetrieb konnte relativ schnell aufgenommen werden. Laut Aussagen der Anwohner, wurde aus Armut, sehr oft bei durchfahrenden Güterzügen, mit besetzte Kohle aus dem Ruhrgebiet, die nach Belgien und Frankreich abtransportiert wurde, gestohlen.

Überwiegend Dieseltriebzüge und Dampflokbespannte Züge hielten im Bahnhof  Helenabrunn. Besonders Kölner 01 und Mönchengladbacher 03, 41, 50 kamen zum Einsatz. Genauere Informationen werden noch eingearbeitet.

Im Jahre 1965 wurde die Eisenbahnstrecke elektrifiziert. Ein Eröffnungszug mit der Baureihe 110 wurde von Venlo bis Köln gefahren.

Es ist bekannt das der Hoek van Holland Express sowie der berühmte  Rheingold durch den Bahnhof fuhr. Mitte der  70iger Jahren ? wurde die Güterabfertigung aufgelöst.

m Jahre 1970 ? gab es zu Sylvester ein schwerer Orkan.  Bei diesem Orkan wurde das Wärterstellwerksdach abgerissen und beschädigte damals die Fernsprecherfreileitungen.

Am 25.02.1975 gab es in unserem Bahnhof einen Rangierunfall, der jedoch noch glimpflich und ohne Personenschaden ausging. Beim Rangieren überfuhr der Rangierlokführer eine Gleissperre wobei 4 Güterwagen entgleisten. Drei Waggons fielen dabei 6m von der Eisenbahnbrücke herunter und fielen auf die Neuwerkerstrasse. Zum Glück fuhr zu diesem Zeitpunkt, kein Auto unter die Brücke her. Bei diesem Unfall wurden verschiedene Leitungen der Sicherungs- und Signaltechnik durchtrennt. Ebenso wurde die Oberleitung stark beschädigt. Ein  Kranzug musste zur Bergung der entgleisten Wagen angefordert werden. Trotzallem konnte der Schaden schnell behoben werden.

    

Mit Inbetriebnahme des Drucktastenstellwerk Viersen Bauart Standard Lorenz wurden die Formsignale entfernt. Ebenso wurden die beiden mechanischen Stellwerke vermutl. Scheidt & Bachmann ausser Betrieb gesetzt und anschliessend abgerissen.

Das genauere Schließungsdatum ist nicht sicher, aber es heißt das der Bahnhof am Ende der 70iger geschlossen wurde. Das Haus diente weiterhin für Bahnbedienstete und blieb vorerst weiterhin Eigentum der Deutschen Bundesbahn.

Auf  dem Gelände des ehemaligen Güterschuppen siedelten sich 2 Firmen Pam Gas und Kessels Prüfwerk an. Die Firma PAM Gas besaß zu diesem Zeitpunkt die weltgrössten überirdischen Flüssiggasbehälter. Das Gaswerk wurde regelmässig von der Bahn, über ein eigenständiges Anschlußgleis bedient.

1989 ging der Bahnhof in Privatbesitz über. In vielen Bauabschnitten wurde der Bahnhof  renoviert.

1990 wurden beide Werke aufgelöst. Die Flüssiggasbehälter wurden nach Afrika verkauft. Seit diesem Tag verfallen die dortigen Hallen und das noch immer bestehende Güterschuppengebäude. Der Bahnhof besitzt nun nur noch 4 Gleise, wobei 2 Gleise als Ausweichgleise, bzw als Zufahrtsgleise der Mönchengladbacher Umgehungsbahn ( Gummibahn) dienen. Viele Güterzüge nutzen diesen Weg nach und von Aachen.

Im Jahre 2000 gab es ein schwerer Unfall. Ein Gleisarbeiter der vom Bauzug überrollt wurde, verunglückte dabei tödlich.

Mit Ausbau der Weichen im südlichen Gleisfeld wurden die letzten 2 Gleise unbrauchbar als Ausweichgleis. Züge in Richtung Köln können diese Gleise nicht mehr nutzen.

Im Jahre 2001 plante man den Ausbau des Eisener Rheins ( Strecke Antwerpen - Duisburg ).Die Gleise wurden erneuert und ein neues Sperrsignal wurde aufgestellt. Da das Projekt Eisener Rhein vorerst gestoppt wurde, fuhren kaum Züge über die Mönchengladbacher Umgehungsbahn ( Gummibahn). Kanalarbeiten an der Strecke führten dazu, dass 3 Jahre lang kein Zug diese Strecke nutzte. Seit Ende 2004 fahren wieder vereinzelnd Güterzüge über die letzten beiden Gleise zur Gummibahn.